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Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz
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Unsichtbares Gas birgt große Gefahren

Das Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung können Schornsteinfeger entscheidend vermindern


RHEINLAND-PFALZ. Die Frau hatte keine Chance. Der Feind war unsichtbar, leichter als Luft und geruchlos. Aus einem nicht einwandfreien Durchlauferhitzer drang das giftige Gas Kohlenmonoxid (CO) ins Badezimmer der 43-Jährigen, die Neuwiederin wurde bewusstlos und starb wenig später im Krankenhaus.

Dieser tragische Todesfall Anfang Januar durch die Vergiftung mit dem extrem gefährlichen Gas - weniger als ein Prozent davon in der Atemluft kann tödlich sein - ist in Deutschland aber eher Ausnahme als Regel. Denn bundesweit sterben jährlich weniger als zehn Menschen an einer CO-Vergiftung zu Hause. In Rheinland-Pfalz wird wegen der niedrigen Fallzahl keine Statistik über Tod durch Kohlenmonoxid geführt.

 
Zahlen sind sehr niedrig

Allerdings, so der Sprecher Jürgen Hammerl, umfassen diese Daten nicht nur CO-Unfälle mit Todesfolge. Deren tatsächliche Zahl liege also noch niedriger.

Dass es so ist, dafür sorgen die regelmäßigen, gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen, die die Schornsteinfeger an Gasfeuerstätten durchführen, sagt Michael Arndt. Der Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Koblenz, die als zweitgrößte in Rheinland-Pfalz auf dem Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks rund 150 Schornsteinfeger zu ihren Mitgliedern zählt, betont: "Diese Überprüfungen, etwa die Abgaswegeüberprüfung an Gasfeuerstätten, dienen der präventiven Gefahrenabwehr und sind ein wesentlicher Sicherheitsfaktor."

Nach der  Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) müssen die traditionellen Gasheizungen - solche mit offener Verbrennungskammer etwa - mindestens einmal im Jahr überprüft werden. "Bei modernen Heizungen beträgt das Prüfungsintervall zwei Jahre. Zu diesen Anlagen zählen etwa die raumluftunabhängigen Gas-Brennwertfeuerstätten", erklärtArndt den Unterschied.

Eines der wichtigsten Mittel, um eine CO-Vergiftung nicht zuzulassen, ist das Messen des Kohlenmonoxid-Gehalts. Liegt dessen Wert - in der Einheit "ppm" ausgedrückt - unter 500, ist die Anlage in Ordnung, erklärt der Bezirks-Schornsteinfegermeister. Bei einem Wert zwischen 500 und 1000 ppm ist der CO-Gehalt bereits so hoch, dass empfohlen wird, die Anlage von einem Fachinstallateur warten zu lassen. "Eine konkrete Handhabe haben wir hier allerdings nicht - die Verantwortung liegt in den Händen des Anlagebetreibers." Man sollte diese Empfehlung aber ernst nehmen, sagt Arndt mit Blick auf den Todesfall in Neuwied.

Denn dieser hätte durchaus vermieden werden können. Bei den Überprüfungen des Gasdurchlauferhitzers hatten die Schornsteinfeger lautArndt empfohlen, das Gerät warten zu lassen: "Diese Wartungsempfehlung wurde zwei Jahre nacheinander ausgesprochen." Doch es passierte nichts.

Übersteigt der CO-Wert 1000 ppm, ist die Heizung nicht betriebssicher. Der Betreiber muss dann unverzüglich einen Fachmann mit der Wartung beauftragen. "Wenn wir noch einen Abgasrückstau feststellen, muss die Anlage sofort stillgelegt werden", betont Arndt.

Im Kampf gegen CO-Vergiftungen ist auch die Untersuchung der Abgaswege wichtig. Mit einem Endoskop stellen die Schornsteinfeger fest, ob etwa Schmutz oder Spinnengewebe die Kanäle nicht verengen. "Denn sonst können die Abgase zurück in den Raum dringen."

Vollständige Verbrennung

Die Bewohner müssen außerdem darauf achten, dass die Zuluftöffnungen von Heizungen immer frei sind. Arndt erklärt: "Eine Heizung braucht Sauerstoff, damit das Gas vollständig verbrennen kann. Verbrennt es nicht vollständig, kommt es zum Ausstoß von Kohlenmonoxid." So dürfen die Schächte auf keinen Fall zugeklebt werden. Auch dürfen sie - etwa im Badezimmer - nicht mit Wäsche oder Bademänteln zugehangen werden. Ein Umstand, der in Neuwied wohl auch dazu beigetragen hat, dass sich der CO-Gehalt kritisch erhöhte.

Dass ein im Gesetz verankertes Kontrollsystem durch Schornsteinfeger unverzichtbar im Kampf gegen das tödliche Gas ist, belegt laut Arndt auch ein Blick auf die Nachbarn. In Frankreich etwa liegen die Kontrollen in der Eigenverantwortung der Wohnungsbesitzer. Mit fatalen Folgen: Jährlich werden rund 6000 Franzosen mit einer CO-Vergiftung behandelt, rund 500 Menschen sterben.
 

Schornsteinfeger stehen für ein sicheres Zuhause

Schornsteinfeger stehen für ein sicheres Zuhause und eine intakte Umwelt.



Nach Angaben der Intermediate Technology Development Group www.itdg.org stirbt auf der Erde fast alle 20 Sekunden ein Mensch an den Folgen einer Rauchgasvergiftung.



Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Berechnungen der UNO.



Demnach atmen Personen, die sich in der Nähe ineffizient arbeitender Feuerstätten aufhalten häufig Schadstoffmengen ein, die dem Konsum von zwei Packungen Zigaretten täglich entsprechen. Ein Großteil der 1,6 Mio. Sterbefälle per anno sind Kinder (etwa eine Million). Sie kommen hauptsächlich aus der Dritten Welt, China und der ehemaligen Sowjetunion. In diesen Ländern verbrennen etwa 2.4 Mrd. Einwohner vornehmlich Biomasse zum Heizen und Kochen.



Der Bundesverband des deutschen Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) macht in diesem Zusammenhang auf Risiken aufmerksam, die von nicht ordnungsgemäß betriebenen Feuerstätten ausgehen. Moderne Heizungsanlagen erzeugen zwar kaum noch Ruß, die Abgase enthalten jedoch häufig unsichtbare Schadstoffe wie beispielsweise Kohlenmonoxid (CO).



In Deutschland wird deshalb vom Schornsteinfeger die sogenannte Abgaswegüberprüfung durchgeführt. Sie beinhaltet eine Messung des CO-Wertes im Abgas und dient damit auch dem Schutz der Betreiber.



Die Notwendigkeit dieser Aufgabe wird durch erschreckende Statistiken unserer europäischen Nachbarn deutlich. So sind allein in Belgien (10 Mio. Einw.) jährlich etwa 300 CO-Tote zu beklagen. Ähnliche Zahlen gibt es aus anderen Ländern (Frankreich, Italien, Luxemburg und England), so dass man dort nach einem Instrument sucht, um dieses Gefahrenpotential zu verringern. In Deutschland hingegen ist die Anzahl der CO-Todesfälle und CO-Verletzten so gering, dass sie nicht einmal vom statistischen Bundesamt erfasst wird.



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Die Schornsteinfeger "Kompetente Ratgeber"

Die Treibjagd auf die Schornsteinfeger ist eröffnet.



Als Besitzer mehrerer Häuser im In- und Ausland habe ich die Tätigkeit der deutschen Schornsteinfeger schätzen gelernt. Bei allen Bauvorhaben in Deutschland habe ich den Bezirkskaminkehrer als kompetenten Ratgeber erlebt, der sich für die kostenlose Beratung auch Zeit nahm. In Luxemburg habe ich für eine kurze Beratung zwecks Aufstellung eines Ofens 67,55 Euro bezahlt.



Als ich in Katzenelnbogen mit einem Schornsteinfegergesellen gesprochen habe, hat er meine Fragen beantwortet, ohne auf die Uhr zu sehen oder eine Gebühr zu verlangen. Laut seiner Angabe kostet die Messung einer Ölheizung mit Überprüfung und Reinigung des Ofenrohrs 33,93 Euro. In Luxemburg, wo Heizungsbauer die Arbeiten erledigen, habe ich für die gleiche Leistung ohne Ofenrohrreinigung 94,52 Euro bezahlt.



Ist das deutsche Schornsteinfegerwesen wirklich so schlecht?



Wir in Luxemburg wären froh, wenn wir ein Schornsteinfegerwesen nach deutschen Regeln und Gebühren hätten.



Vielleicht schreiben die, die zur Hatz auf die Schornsteinfeger blasen, bald Leserbriefe, weil die CO- Toten das französische Niveau von fast 400 Toten erreicht haben. 2000 hatte Deutschland, dank der Messungen der Schornsteinfeger, nur zwei CO- Tote. Müsste das die Kritiker nicht nachdenklich machen?



Rheinzeitung Nr. 274 November 2004

Keine Angst vorm schwarzen Mann

Steht der Schornsteinfeger zu Recht in der Kritik? Stellt die Gebührenordnung ein monopolistisches Wettbewerbshemmnis dar oder ist der ?schwarze Mann? vielmehr ein unabhängiger Berater des Kunden und ein gesunder Gegenpol gegen die Superfusionen im Energiemarkt?



Mit Einführung der Europäischen Union wurden manche Hoffnungen verknüpft. Mehr Verbraucherschutz sollte sie bringen, internationaler musste es zugehen und vor allem kostengünstiger. Von einer Liberalisierung der Märkte hörten wir genauso viel, wie von einer umfassenden Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit. Dass die europäische Politik deutlich am gewünschten Ziel vorbeigehen kann, zeigt uns leider Entwicklung in der Energiebranche. Die angebliche Liberalisierung des Energiemarktes führte zur größten Fusionswelle in der europäischen Versorgungsbranche. Ein prominentes Beispiel ist die Übernahme von Teilen der Ruhrgas durch E.ON mit einem Volumen von 1,74 Mrd. EUR. Ob dieser Trend zu den Konzernkonzentrationen kurz- oder langfristiger Natur sein wird, können (oder wollen) selbst Branchenexperten nicht beantworten.



Schließlich gab es im ersten Halbjahr 2002 bereits 127 derartige Transaktionen auf der Welt. Eines steht jedoch fest: Aus der angestrebten Liberalisierung wird im Bereich der leitungsgebundenen Energieversorgung eine Konzernabhängigkeit entstehen, die monopolähnliche Strukturen aufweist. Der Berufsstand des Schornsteinfegerhandwerks steht zur Zeit wegen ähnlicher Vorwürfe unter Beschuss.



Die Kritik kommt in der Regel von einzelnen Verbrauchern, die medienwirksam ihren Unmut zur Kehr- und Gebührenordnung äußern. Darüber hinaus gibt es aber auch Gruppierungen wie die ?Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol?. Die Mitglieder sind dagegen, dass unter Schornsteinfegern kein Wettbewerb stattfinden darf, der - nach ihrer Auffassung - die Preise senken und den Service verbessern könnte. Das Wort: Monopol fällt in diesem Zusammenhang gern und häufig. Die kritischen Äußerungen sind in der Sache zwar bedenkenswert aber nicht stichhaltig, denn der Schornsteinfeger hat gute Argumente für seine Tätigkeit. Schlimmer ist der öffentliche Umgang mit diesem Thema. Während sich kaum jemand mit der zukünftigen Abhängigkeit in der Energieversorgung auseinandersetzt, versucht man hier einen Berufsstand zu demontieren, der immerhin 17.000 handwerkliche Arbeitsplätze sichert. Sieht so die Förderung der klein- und mittelständischen Betriebe im vereinigten Europa der Zukunft aus, oder hat das nur etwas mit wirtschaftlichen Interessen zu tun?



Der zweite Aspekt steht eindeutig im Fordergrund. Hierzu ein weiteres Beispiel aus dem E.ON-Konzern. Die aktuelle Imagekampagne ?ON? mit Schauspielgrößen wie Veronica Ferres und Arnold Schwarzenegger stellt nach Konzernangaben mit Kosten im mittleren zweistelligen Millionen-Eurobereich einen der größten Etats in der bundesdeutschen Werbebranche dar. Das fördert natürlich auch eine positive Berichterstattung.

Im Vergleich hierzu das Schornsteinfegerhandwerk. Es hat zwar einen ganz wesentlichen Beitrag zum hohen Qualitätsstandard heutiger Heizungs- und Schornsteinsysteme geleistet, aber wer weiß das schon? Natürlich ist der Schornsteinfeger ein Garant für den sicheren, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Betrieb häuslicher Feuerungsanlagen. Die Frage lautete aber: Wen interessiert es? Weder Brandschützer, Heizungsbauer noch die Mehrzahl der Hausbesitzer und Vermieter möchten ?den Mann in Schwarz? missen. Sie wissen, was sie am Schornsteinfegerhandwerk haben, können aber zu seiner Rolle in der Öffentlichkeit wenig beitragen.



Der klassische Schornstein stellt in diesem Zusammenhang einen ganz wesentlichen Faktor dar. Er bildet die unverzichtbare Grundlage um auf Möglichkeiten zur Nutzung aller zugelassenen Energieformen aufmerksam zu machen.



Angesichts der zu erwartenden Energiepreisentwicklung und der beschriebenen Konzentrationsprozesse auf dem Versorgungsmarkt wird ein großer Teil der Verbraucher in Zukunft unabhängig sein wollen. Sie möchten in der Wahl der Energieträger selbst entscheiden, wann sie ihre Brennstoffe wo beziehen und erwarten die Berücksichtigung ihrer individuellen Heizgewohnheiten. Ein zeitgemäß denkender Schornsteinfeger ist dann als unabhängiger und kompetenter Berater für Mieter und Eigentümer gefragt. Neben seiner fundierten Ausbildung kann er aus seiner täglichen Arbeit heraus einen Erfahrungsschatz zur Verfügung stellen, der seines Gleichen sucht.



Allerdings sollte sich nicht nur der Kunde dessen bewusst sein, sondern auch der Schornsteinfeger selbst. An ihm ist es, sich nicht vereinnahmen zu lassen und bei der Beratung wirklich energieneutral und im Kundeninteresse zu agieren. Die Grundlage dafür bildet seine wirtschaftliche Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern. Insofern stellt die Gebührenordnung gerade kein Monopolinstrument sondern genau das Gegenteil dar. Wer angeblich in Kundeninteresse dagegen opponiert geht Scheinargumenten auf den Leim, und lässt sich von einer überdimensionalen Werbemaschinerie auf die falsche Fährte locken.



Auszug aus dem Brennstoffspiegel www.brennstoffspiegel.de

Kehren, kontrollieren und beraten

Alltagsbilder von Haus & Grund: Schornsteinfeger



Eine Doppelhaushälfte in einer Mittelstadt. Ein 10 Quadratmeter großer Raum, Schreibtisch, Schränke, Regale, viele Akten, auch Zeichnungen. Ein kleiner Tisch mit Messgeräten, auf dem Schreibtisch ein PC mit Monitor, daneben. der Drucker. Es ist das Büro des Bezirksschornsteinfegermeisters. Am Telefon ein Gespräch mit einem Bauherrn. Er erkundigt sich nach der Prüfung seiner Baupläne durch den Schornsteinfeger, wie sie vorgeschrieben ist. Es entwickelt sich ein längeres Gespräch. Im Wohnzimmer ist ein Kamin vorgesehen, doch der Schornsteinabzug fehlt.



Kein Fehler des Architekten, der Bauherr wollte im Augenblick die Kosten sparen und den Schornstein später nachbauen. Der Meister rät dringend ab. Die Kosten würden ganz wesentlich höher werden als wenn der Abzug gleich mit eingebaut würde. Ungefähre Grössenordnungen werden genannt, der Bauherr wird nachdenklich. Schliesslich entscheidet er sich für den sofortigen Einbau. Der Architekt wird die Zeichnung ändern und in Kürze neu vorlegen. Ein exemplarischer Beratungsvorgang. Allerdings ist das Verhältnis zwischen Eigentümern und Schornsteinfegern nicht immer ungetrübt. Es sind vor allem Starrheit und Höhe der vom Staat verfügten, gegen die Einwände von Haus & Grund angehobenen Gebühren, das Fehlen jeglichen Spielraumes für Verhandlungen, die Hauseigentümer oft stören. Dabei werden die Schornsteinfeger für Haus & Grund immer wichtiger. Schon seit langem ist das reine Kehren in den Hintergrund getreten, nur noch 50% der jährlichen Gesamtleistung macht es aus. Immer stärker sind Überwachungs-, Kontroll-, Genehmigungs- und Beratungsvorgänge in den Vordergrund getreten und Haben das Berufsbild dieses Handwerks grundlegend verändert.



Der Staat hat den Schornsteinfegern zwangsweise mehr und mehr die Wahrnehmung staatlicher Aufsichtsfunktionen bei Umweltschutz und Brandsicherheit zugewiesen. Bundesimmissionsschutzgesetz, Energieeinspargesetz oder Heizungsanlagenverordnung werden unter vorgeschriebener Mitwirkung von Schornsteinfegern angewandt. Gleichzeitig hat der Staat die Anforderungen, Reglementierungen und Kontrollen bei diesem Beruf nachhaltig erhöht. Die Schornsteinfeger sind eines der am stärksten reglementierten Handwerke in Deutschland. Naturgemäss wirkt sich dies auch auf die Beziehung zu Haus & Grund aus. Der Landkreis dieses Beispiels, von einer nahen, Grossstadt beeinflusst, aber überwiegend ländlich strukturiert mit einigen Mittelstädten, zählt bei etwa 180.000 Einwohnern 20 Bezirksschornsteinfegermeister, die 20 Gesellen und sieben Lehrlinge beschäftigen. In jedem der 20 Bezirke sind etwa 1.200 bis 3.000 Feuerstätten zu überwachen.



Das Land schneidet die Bezirke zu und passt sie von Zeit zu Zeit der Wohnentwicklung an. Es fordert jährlich eine Einnahmen-Überschussrechnung für jeden einzelnen Bezirk, prüft diese und setzt danach die Gebühren landesweit einheitlich als ein ?Muss" fest. Es soll ein angemessenes Einkommen gesichert werden. Das Land ernennt auch in einer eigenen Urkunde die Bezirksmeister und vereidigt sie auf die getreue Wahrnehmung ihrer Pflichten. Die Meistergesellen müssen bis zu 16 Jahre warten, bis das Land ihnen irgendwo einen Bezirk zuteilt. Der Beruf ist zwischen Verbeamtung und freier Handwerkstätigkeit angesiedelt. Abgesehen von Bundesgesetzen, unterliegt das Handwerk dabei Landesrecht.



Die Zahl der Pflichten ist lang. Es sind nicht nur, wie durch Gesetz vorgeschrieben, Kontrollmessungen für Öl und Gas vorzunehmen, es sind auch spätestens alle fünf Jahre die Heizungsanlagen bis hin zu den Schornsteinen im Sinne eines vorbeugenden Brandschutzes in einer ?Feuerstättenschau" auf Feuersicherheit anzusehen. Verweigert oder verzögert, ein Grundeigentümer oder Mieter diese Prüfung oder die laufende Kehrung, ist der Schornsteinfeger verpflichtet, Amtshilfe einzuholen. Es sind hier schon Stilllegungen vorgekommen. Nicht nur bei allen Neubauten ist die Einhaltung der Bauvorschriften nach der Heizungsanlagenverordnung zu prüfen, auch Veränderungen sind zu melden. Hinzu kommen die Vorschriften des Umweltschutzes. Es ist viel Juristerei dabei. Häufig wirken die Schornsteinfeger bei öffentlichen Fördermassnahmen begutachtend und helfen den Grundeigentümern bei der Antragstellung. Und natürlich darf die Kernaufgabe, das Kehren, nicht vergessen werden.



Wie zu Kaisers Zeiten, ist das ?Kehrbuch" zu fuhren, heute in PC-Form, und dem Landrat zur weitumspannenden Kontrolle vorzulegen. Fortbildung wird groß geschrieben. Über die Innung haben sich hier alle Bezirksschornsteinfegermeister freiwillig einem Qualitätsmanagement mit Zertifizierung unterworfen.



Reichtümer können in diesem Beruf nicht erworben werden, wenn auch die Anfangsinvestition für Mess- und Gasspürgeräte, PC-Ausrüstung, Kommunikation, sonstiges Handwerkszeug und den Pkw nur 40.000 Euro beträgt Dafür fallen wöchentlich für den Meister gut 48 Arbeitsstunden und für die im Büro mitarbeitende Ehefrau nochmals 20 Stunden an.



Doch kaum ein Meister möchte von seinem Beruf lassen. Sie alle lieben die Freiheit über den Dächern und die Selbständigkeit ihres Handelns. Sie mögen auch die vielfältige Zusammenarbeit mit Menschen.



Karlheinz Reuer Quelle: Haus & Grund 10/2003

Schornsteinfegerhandwerk: Kehr- und Überprüfungspflicht in Europa

Eine Kehr- und Oberprüfungspflicht für Feuerungsanlagen (Schornsteine, Abgasleitungen, Verbindungsstücke und Feuerstätten) gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Lediglich der Vollzug wird dort anders bzw. gar nicht geregelt.



So werden in Norwegen und Schweden Schornsteinfeger von der Kommune fest angestellt, die dann in deren Auftrag die der Kehr- und Oberprüfungspflicht unterliegenden Arbeiten erfüllen. Die Kommune kassiert die fälligen Gebühren zusammen mit den auf das Grundstück zu erhebenden Steuern. Auch in Dänemark beruft die Kommune einen Schornsteinfeger und überträgt ihm die kehr- und überprüfungspflichtigen Aufgaben. In einigen westeuropäischen Ländern (z. B. Belgien und Frankreich) gibt es eine Kehrpflicht. Der Vollzug wird im Einzelfall von der Feuerversicherung kontrolliert. Bei fehlendem Nachweis über die Einhaltung der Kehrpflicht erhöht sich die Prämie für die Feuerversicherung deutlich (um ca. 50 %), oder der Versicherungsschutz wird ganz versagt. In der Schweiz und in Österreich sind den Schornsteinfegern die kehr- und überprüfungspflichtigen Aufgaben übertragen worden. In Polen, der Tschechei und Ungarn gibt es auch die Kehrpflicht. Schornsteinsteinfeger sorgen durch periodische Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten für deren Einhaltung. Selbst in den Vereinigten Staaten von Amerika werden Schornsteine regelmäßig durch Schornsteinfeger gekehrt.



In europäischen Ländern, in denen eine Überprüfungspflicht der Feuerstätten nicht staatlich vorgeschrieben ist, sprechen die Zahlen von Kohlenmonoxidvergiftungen eine mehr als deutliche Sprache.



Die belgische Botschaft in Berlin antwortete auf die Frage nach Kohlenmonoxidopfern in ihrem Lande (Zitat): "In Belgien gibt es jährlich etwa 150 Opfer durch Kohlenmonoxidvergiftungen zu beklagen. Die Ursache ist auf Schornsteine, die nicht regelmäßig gefegt werden, auf schlecht gewartete Ofen oder Brenner oder auf eine unzureichende Belüftung von beheizten Räumen zurückzuführen. Ähnlich zeigt sich das Bild in Großbritannien; die britische Botschaft in Berlin antwortete (Zitat): "Von 1989 bis 1998 gab es 533 Todesfälle auf Grund von Kohlenmonoxidvergiftungen durch Beheizungsgeräte im Vereinten Königreich. Die Ursachen waren: unzulängliche Belüftung der Aufstellräume, verstopfte oder undichte Rauchabzüge bzw. schlecht gewartete Schornsteine oder fehlerhafte bzw. defekte Heizungsanlagen.



Während der Delegiertentagung des Schweizer Kaminfegermeister- Verbandes referierte Ralph Willing aus dem Elsass. Er stellte dar, dass in Frankreich jedes Jahr mehr als 400 Tote und weitere 8 000 Opfer in Folge von Kohlenmonoxidvergiftungen zu beklagen sind. Festzustellen bleibt generell für Frankreich, dass die Verschmutzung innerhalb der Abgasanlage den häufigsten Grund für Unfälle mit Kohlenmonoxid darstellen. In einer Budapester Zeitung vom 25. 10. 2002 war zu lesen, dass mehrere zehntausend Schornsteine in der ungarischen Hauptstadt eine Gefahr für die Bewohner sind. Die Heizsaison hatte zum Zeitpunkt der Meldung zwar kaum begonnen, doch hatte es die ersten schweren Unfälle wegen schlecht gewarteter Öfen und Schornsteine gegeben. Experten befürchteten, dass sich die Gefahr der Kohlenmonoxidvergiftungen weiter erhöhen wird, wenn Nachtfröste aufträten.



In den Zahlen des (deutschen) statistischen Bundesamtes werden speziell keine Kohlenmonoxid Tote ausgewiesen.Geht man aber davon aus, dass Tote aus kontrolliertem Feuer Kohlenmonoxidopfer sind, belaufen sich die Zahlen absolut auf:



1998 = 9





1999 = 3





2000 =1



Fazit: Die Ursache für Kohlenmonoxidvergiftungen im europäischen Ausland liegt hauptsächlich an nicht überprüften Feuerungsanlagen. Der verhängnisvolle Irrglauben, dass der Brennstoff Gas aufgrund des sauberen Brennverhaltens keinerlei Wartung bedarf, führt jährlich europaweit zu Hunderten von Todesopfern, die im 21. jahrhundert unnötig wären. Zweifelsfrei zeigt sich ein Zusammenhang der Kohlenmonoxidvergiftungen mit der Überwachung durch den Schornsteinfeger und dem Zustand von Feuerungsanlagen in Deutschland. Alle Länder, die spezifiziert die Kohlenmonoxidproblematik ausweisen, haben unabhängig voneinander als Hauptursache des Vergiftungspotenzials die nicht oder nur unsachgemäß gewartete Abgasanlage herausgestellt.



Anmerkung der Redaktion: Seit einiger Zeit erleben wir eine in Fernsehen und Presse geführte Kampagne gegen die Kehr- und Oberwachungspflicht für häusliche Feuerstätten und Lüftungsanlagen, richtiger: gegen die Gebühren hierfür. Es ist zu hoffen, dass die gesetzliche Anforderung in Deutsch­land trestehen bleibt und nicht von Brüssel aus "gekippt" wird. Denn sie entspricht den Sicherheitsanforderungen der Bevölkerung und schützt uns alle vor großen volkswirtschaft­lichen Verlusten. Die Tätigkeit der Schornsteinfegermeister liegt - auch wenn uns das im Einzelfall manchmal anders erscheinen mag - ebenso im Interesses des Ofen- und Luft­heizungsbauer-Handwerks. Der gute Ruf unserer Feuerstätten Kachelofen und offener Kamin beruht u. a. auch auf deren Betriebssicherheit.

Unzureichender Brandschutz

Unzureichender Brandschutz in mehr als der Hälfte aller deutscher Haushalte



?Brandschutz ist Lebensschutz?



Gemäß einer Studie des Bundesverbandes Feuerlöschgeräte und -anlagen e.V. in Würzburg sind über die Hälfte der bundesdeutschen Haushalte unzureichend oder gar nicht auf einen Wohnungsbrand vorbereitet.



Die geringe Vorsorge ist mehr als erschreckend, zumal 60% aller Männer und 80% der Frauen Angst vor einem Wohnungsbrand haben. Ebenso verhält es sich bei der Befragung nach einem Feuerlöscher in der Wohnung. 91% sind von der Notwendigkeit überzeugt, aber nur in 20% der Haushalte wird ein regelmäßig gewarteter Feuerlöscher vorgehalten.



Auch im Bezug auf das richtige Verhalten im Brandfalle zeigt die Studie erhebliche Mängel auf. Zwar haben fast 40% der Befragten persönlich, bei Freunden bzw. in der Nachbarschaft einen Wohnungsbrand einmal direkt miterlebt, doch wüsste nur die Hälfte im Ernstfall mit einem Feuerlöscher umzugehen.



Der Verband rät, sowohl Rauchmelder als auch Feuerlöscher anzuschaffen und sich in deren Bedienung unterweisen zu lassen. Zudem sollte der Funktion des Rauchmelders entsprechende Beachtung geschenkt werden und der Feuerlöscher einer zweijährigen Überprüfung durch einen Fachmann erfahren.



Das Schornsteinfegerhandwerk, seit Jahren im vorbeugenden Brandschutz tätig, hilft hier aufklärend in den bundesdeutschen Haushalten.



Seit dem Erscheinen des Leitfadens ?Aufklärung tut Not? im November 2001 ist die Nachfrage nach dieser Broschüre und den dazu gehörenden Werbemitteln ungebrochen. Die gute Akzeptanz des Leitfadens zeigt sich in über 200 Anfragen von LIV`s, Innungen und einzelnen Schornsteinfegerbetrieben aus ganz Deutschland.



Eine kurze Checkliste können Sie sich am Ende dieses Artikels als PDF-Datei anzeigen und ausdrucken lassen.



Aber nicht nur die zur Verfügung gestellten Infomaterialien finden großen Anklang, sondern auch die Möglichkeit sich mit einem Aktionsstand auf Messen etc. zu präsentieren. So konnte z.B. die Innung Bielefeld bei der Messe ?Rund ums Haus? in Bad Salzuflen von dem Aktionsrepräsentanten Firma Remus, Lippstadt aktiv vor Ort mit einem Aktionsstand und zwei Mitarbeitern unterstützt werden. Ebenso waren die Kollegen aus dem Rems-Murr-Kreis bei den Waiblinger Umwelttagen mit einem Vortrag, dem Aktionsstand und Informationsmaterial der Aktion ?Brandschutz ist Lebensschutz? vertreten.



Die Info-Materialien zum Thema ?Brandschutz? sind einsetzbar für die Verteilung in Haushalten, zur Ausgabe auf Informationsveranstaltungen, zur Auslage in öffentlichen Einrichtungen, u. v. m. ...



Der Leitfaden ist über den Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks -ZIV- oder direkt bei der Aktion ?Brandschutz ist Lebensschutz? erhältlich. Wenn Sie sich für das kostenlose Info-Material interessieren, können Sie dies unter der



Tel-Nr. 0800 - 8 774 663



Aktion ?Brandschutz ist Lebensschutz? gegen Übernahme der Frachtkosten anfordern.



Das die Brandschutzinitiative durchweg positiv aufgenommen wird, zeigen die Erfahrungsberichte der verschiedenen LIV´s, Innungen und Schornsteinfegerbetriebe, die mit ihrer Tätigkeit einen entscheidenden und wichtigen Schritt auf dem Weg der praktischen Aufklärungsarbeit getan haben.



Wenn es dem Schornsteinfegerhandwerk gelingt, das Bewusstsein in der Bevölkerung für Brandgefahren zu stärken, dann können wir wieder einmal zu Recht behaupten :



?Zum Glück gibt?s den Schornsteinfeger !?

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