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Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz
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Energiespartipps


1. Gebäude und Raumheizung ? große Einsparpotenziale

2. Energiebilanz ? Gewinne und Verluste

3. Ermittlung des eigenen Primärenergieverbrauchs

4. Der 1. Schritt: Verhalten überprüfen

5. Der 2. Schritt Teil 1: Heizungsanlage richtig betreiben

6. Der 2. Schritt Teil 2: Heizungsanlage richtig betreiben

7. Der 3. Schritt: einfache Dichtungs- und Dämmmaßnahmen

8. Der 4. Schritt: bauliche Maßnahmen zum Wärmeschutz

9. Wärmedämmung bei Fenstern

10. Wärmedämmung der Außenwände

11. Verbesserte Dämmung der Außenwände

12. Verbesserte Dämmung von Dach und Dachgeschoss

13. Dämmung von Flachdach und Keller

14. Moderne Wärmeerzeuger im Vergleich

15. Energieverbrauch und Emissionen

16. Umweltschutz hat seinen Preis

17. Damit sich Heizungsmodernisierung rechnet ?

1. Gebäude und Raumheizung ? große Einsparpotenziale

Heizen und Energiesparen
Um ein angenehmes und behagliches Raumklima zu erhalten, müssen Wohnungen in der Übergangszeit und im Winter beheizt werden. Mehr als 49 % der gesamten im privaten Haushalt und Verkehr benötigten Endenergie entfallen auf die Heizung. Hier bietet sich daher das größte Potenzial, um Energie zu sparen.

Richtig heizen und lüften:
Klima zum Wohlfühlen

Das Heizverhalten orientiert sich am Bedürfnis des Einzelnen nach Behaglichkeit und Wohlbefinden. Deswegen sind die Heizgewohnheiten auch individuell verschieden. Obwohl hier die Unterschiede sehr groß sein können, lassen sich durchaus einige Grundregeln und Richtwerte für eine optimale Beheizung festlegen.


Empfundene Temperatur
In Wohnräumen (z. B. dem Wohnzimmer oder der Küche) wird meist eine Raumtemperatur von 20 bis 22 °C als angenehm empfunden. Die Raumtemperatur lässt sich leicht mit einem Thermometer kontrollieren. Das Raumklima wird nur dann als behaglich empfunden, wenn die Temperatur der Umschließungsflächen (Fenster, Wände, Boden und Decke) um weniger als 3 °C von der Raumtemperatur abweicht.

Bei einer Raumtemperatur von 20 °C sollte also die Temperatur der Umschließungsflächen nicht weniger als 17 °C betragen. Die Temperatur von Außenwänden und Fenstern liegt in Altbauten im Winter jedoch oft unter 13 °C. Dadurch kühlt die Haut verstärkt aus, was als scheinbare Zugluft empfunden wird. Um sich aber dennoch behaglich zu fühlen, muss die Raumtemperatur erhöht werden.

Durch Dämmung von Wänden und Fenstern können Wärmeverluste verringert werden. Auf diese Weise steigt das Wohlbefinden bereits bei niedrigeren Raumtemperaturen.


Luftfeuchtigkeit

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie hoch der Wasseranteil in der Luft ist. Aus Gründen der Behaglichkeit ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % anzustreben. Mit einem Hygrometer kann jeder die Luftfeuchtigkeit selbst messen.

Kalte Luft nimmt deutlich weniger Feuchtigkeit auf als warme Luft. Gelangt im Winter zu viel kalte Außenluft in den Wohnraum, so wird die Luft unangenehm trocken. Gerade in Altbauten mit zugigen Fenstern und Türen ist dies oft ein Problem. Abhilfe schaffen Dichtungsmaßnahmen und Zimmerpflanzen.

Ein anderes Phänomen ist zu beobachten, haucht man eine kalte Fensterscheibe an. Kühlt die warme und feuchte Atemluft ab, kann sie nicht mehr so viel Wasser aufnehmen. Es bilden sich Wassertröpfchen (Nebel), die sich an den kalten Scheiben niederschlagen. In sehr winddicht ausgeführten Neubauten steigt die Luftfeuchtigkeit durch Atemluft, Pflanzen oder Küchendämpfe oft stark an, sodass sich an der Wandinnenseite kühler Räume und an Wärmebrücken Feuchtigkeit niederschlägt, was zu Schimmelbildung führt. Richtiges Lüften ist hier die passende Lösung.

2. Energiebilanz ? Gewinne und Verluste

Wärmeverluste
Wie viel Energie zum Beheizen einer Wohnung bzw. eines Gebäudes benötigt wird, ergibt sich aus der Bilanzierung der Wärmeverluste und -gewinne.

Durch Außenwände, Kellerdecke, Dach und Fenster entweicht Wärme in die Umgebung. Diese Verluste werden als Transmissionswärmeverluste bezeichnet. Sie machen etwa 60 bis 80 % aller Wärmeverluste in Gebäuden aus. Die Bauteile mit den größten Wärmeverlusten sind üblicherweise Fenster und Glastüren. Um verbrauchte Luft zu ersetzen und Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden, muss ein Gebäude gelüftet werden. Dabei geht Wärme verloren, die als Lüftungswärmeverluste bezeichnet wird. Sie haben an den gesamten Wärmeverlusten einen Anteil von etwa 20 bis 40 %. Durch eine mechanische Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung können diese Wärmeverluste allerdings um bis zu 80 % gesenkt werden.



Wärmegewinne
Im Gebäude geht aber nicht nur Wärme verloren. Es wird auch Wärme gewonnen, z. B. durch Sonnenlicht. Bewohner und elektrische Geräte wirken ebenfalls als ?Energiequellen? und geben Wärme ab. Diese ?inneren Gewinne? tragen zur Erwärmung der Räume bei. Vor allem im Winter und in der Übergangszeit überwiegen in unseren Breiten die Wärmeverluste. Um eine angenehme Raumtemperatur sicherzustellen, muss daher ein spezieller Wärmeerzeuger die Verluste kompensieren. Dieser Heizwärmebedarf hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Er wird u. a. durch Lage, Größe, Geometrie und Bauweise sowie die verwendeten Bauteile bzw. Baustoffe bestimmt. Der Heizwärmebedarf kann von einem Architekten oder Planer berechnet werden. Das Ergebnis dient dazu, die Heizleistung des Wärmeerzeugers festzulegen. Der tatsächliche Verbrauch des Wärmeerzeugers an Öl, Gas, Fernwärme oder Strom wird Heizenergiebedarf genannt und liegt über dem berechneten Heizwärmebedarf, da im Heizungssystem Verluste entstehen, die berücksichtigt werden müssen. Auf den tatsächlichen Verbrauch können die Bewohner entscheidenden Einfluss nehmen.

Die Heizungsanlage
Sie dient zur Deckung des Heizwärmebedarfs. Während früher häufig Einzelöfen verwendet wurden, sind heute Zentralheizungsanlagen üblich. Sie sind bequemer in der Handhabung, verursachen weniger Emissionen und besitzen in der Regel höhere Wirkungsgrade. Eine Zentralheizung besteht im Wesentlichen aus einem Heizkessel, einem Fernwärmeanschluss oder einer Wärmepumpe. Hinzu kommen eine Regelung, ein Rohrleitungssystem zur Verteilung der Wärme im Gebäude und Heizkörper bzw. Fußboden oder Wandheizung mit zusätzlichen Reglern.

Verteilungsverluste
Verteilungsverluste entstehen in den Rohrleitungen der Heizungsanlage, weil ein Teil der erzeugten Wärme auf ihrem Transport zur Heizung an die Umgebung abgegeben wird.

Umwandlungsverluste
Heizkessel können nur 80 bis 85 % der im Brennstoff enthaltenen Energie in Nutzwärme umwandeln und für die Heizung und Warmwasserbereitung zur Verfügung stellen. Auch benötigen Sie zusätzliche Hilfsenergie. Die restlichen 15 bis 20 % sind Umwandlungsverluste.

Bereitstellungsverluste
Für die Bereitstellung der Brennstoffe muss Energie für deren Gewinnung, Umwandlung und Transport aufgebracht werden. Diesen Aufwand nennt man Bereitstellungsverluste. Sie werden durch den Primärenergie-Faktor berücksichtigt. Wird der Brennstoff- bzw. Energieverbrauch mit diesem Faktor multipliziert, erhält man die tatsächlich verbrauchte Menge an Primärenergie und dadurch ein Maß für die der Erde entnommene Energie. Die Primärenergiefaktoren betragen bei Öl und Gas 1,1, bei der Elektro- Wärmepumpe ? abhängig von der genutzten Wärmequelle ? zwischen 0,6 und 0,8 und können bei der reinen Stromheizung auch den Wert 3 (im Bundesdurchschnitt) ausmachen.

3. Ermittlung des eigenen Primärenergieverbrauchs

Primärenergieverbrauch
Testen Sie sich selbst!

Die im Folgenden dargestellte Methode erlaubt es Eigentümern oder Mietern, den Primärenergieverbrauch ihres Gebäudes mit Durchschnittswerten zu vergleichen. Damit wird es möglich, individuell abzuschätzen, welche Energieeinsparungen bei der Raumheizung erreicht werden könnten.

In Mehrfamilienhäusern ist der Wärmebedarf der Wohnungen stark von deren Lage im Gebäude (Erdgeschoss, Dachgeschoss, Ecklage) abhängig. Ein aussagekräftiger Vergleich kann deshalb nur für das Mehrfamilienhaus als Ganzes erstellt werden.

Von der Heizkostenabrechnung zum spezifischen Primärenergieverbrauch
Zur Bestimmung des Primärenergieverbrauchs eines Gebäudes wird zunächst die jährliche Heiz- bzw. Energiekostenabrechnung benötigt. Diese beinhaltet neben den jährlichen Energiekosten auch Angaben zum Brennstoffverbrauch (Heizöl, Gas, Fernwärme bzw. Strom). Je nach Heizungssystem muss hiervon unter Umständen ein pauschaler Anteil für die Warmwasserbereitung abgezogen werden. Um einen Vergleich mit anderen Gebäuden zu ermöglichen, muss der spezifische Primärenergieverbrauch bestimmt werden. Diesen erhält man, wird der Jahresheizenergieverbrauch durch die gesamte Wohnfläche dividiert. Abhängig vom Heizsystem muss noch der Primärenergiefaktor berücksichtigt werden.

Die jeweiligen Primärenergiefaktoren können der Tabelle entnommen werden.



Der spezifische Jahresprimärenergieverbrauch wird in kWh/m2 angegeben.
Beispiel:

Für die Heizwärme- und Warmwasserversorgung eines frei stehenden Einfamilienhauses mit einer Wohnfläche von 150 m2 werden jährlich 3.400 Liter Heizöl benötigt. Das Haus wird von einer vierköpfigen Familie bewohnt. Wie hoch ist der jährliche spezifische Primärenergieverbrauch?



Vergleich mit anderen Gebäuden
Ein Vergleich des eigenen Primärenergieverbrauchs mit anderen Gebäuden zeigt, ob der Verbrauch zu hoch ist und wie weit er möglicherweise reduziert werden kann. Es werden unterschieden:

- frei stehende Einfamilien und Reiheneckhäuser
- kleine Mehrfamilienhäuser (ca. 6 Wohneinheiten) und Reihenmittelhäuser
- große Mehrfamilienhäuser

Der eigene spezifische Primärenergieverbrauch wird in das entsprechende Farbdiagramm eingetragen.

Beispiel:
Die Berechnung hat einen spezifischen Heizenergieverbrauch von 220 kWh/m2 ergeben. Dieser Wert wird in das entsprechende Diagramm für Einfamilienhäuser und Reiheneckhäuser eingetragen. Das Beispielhaus liegt im gelben Bereich. Die Farben in den Diagrammen helfen, den eigenen Primärenergieverbrauch zu beurteilen:



Rot:
Der Primärenergieverbrauch liegt deutlich über dem Durchschnitt. Es sollten rasch Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs durchgeführt werden, da hohe Einsparungen an Energie und Kosten zu erwarten sind.

Gelb:
Der Primärenergieverbrauch entspricht dem Durchschnitt
des Gebäudebestands. Mit geeigneten Maßnahmen
lassen sich die Heizkosten etwa um die Hälfte verringern.

Grün:
Sehr gut! Der Primärenergieverbrauch entspricht dem eines
neu errichteten Gebäudes.






4. Der 1. Schritt: Verhalten überprüfen

Verhalten überprüfen
Jeder von uns kann Einfluss auf den Heizenergieverbrauch nehmen. Messungen an 40 baugleichen Reihenhäusern haben gezeigt, dass der Energieverbrauch einzelner Gebäude zum Teil doppelt so hoch sein kann wie die Durchschnittswerte.

Raumtemperatur sinnvoll wählen
Überheizte Räume sind nicht nur ungesund, sondern kosten auch unnötig Geld und Energie. Eine Absenkung der Raumtemperatur um 1 °C spart jährlich ca. 6 % Heizkosten. Durch eine der Jahreszeit angepasste Kleidung kann so erheblich Heizenergie eingespart werden. Folgende Raumlufttemperaturen sind normalerweise ausreichend:

Wohnräume: 19 bis 22 °C
Schlafräume: 15 bis 18 °C
Bad: 22 bis 24 °C




Nicht jeder Raum wird ständig genutzt. Wenn hier die Türen offen stehen oder die Heizung ständig aufgedreht ist, werden unnötig Heizenergie und Geld verschwendet.

Nachtabsenkung, im Schlaf sparen
Eine nächtliche Absenkung der Wohnraumtemperatur von z. B. 21 auf 18 °C erspart ca. 6 % Heizenergie. Die Temperatur sollte in der Nacht aber nicht um mehr als 5 °C abgesenkt werden, da sonst am nächsten Morgen für das schnelle Aufheizen der Räume zu viel Energie benötigt wird.



In Einfamilienhäusern lässt sich die Nachtabsenkung bequem über entsprechende Wochenschaltprogramme am Wärmeerzeuger einrichten. In Mehrfamilienhäusern kann die Raumtemperatur über die Thermostatventile an den Heizkörpern eingestellt werden.

Richtig lüften
In der Raumluft sammeln sich Schadstoffe an und durch Verdunstung erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Um die Schadstoffe aus den Räumen abzuführen und feuchtigkeitsbedingte Schimmelbildung zu vermeiden, muss regelmäßig gelüftet werden. Als Faustregel gilt: Im Schnitt sollte pro Stunde die Hälfte der Raumluft ausgetauscht werden. Je nach Dichtheit werden 20 bis 50 % der Raumluft selbstständig über Fugen von Fenstern und Außentüren ersetzt. Der Rest muss gezielt durch Lüften erneuert werden. Sinnvoll ist eine fünf- bis zehnminütige Stoßlüftung zweimal am Tag. Dazu sind alle Fenster und Türen des zu belüftenden Bereiches vollständig zu öffnen. So wird die feuchte und verbrauchte Luft komplett ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen.

Dauerlüften erhöht den Heizenergieverbrauch deutlich.
Fenster, die den ganzen Tag gekippt sind, können den Energieverbrauch für das Lüften gegenüber einer vernünftigen Stoßlüftung vervierfachen.

Was tun?
Entscheidungshilfen zum Heizenergiesparen
Bei der Planung von Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie sind folgende Grundregeln zu beachten:

Zunächst kostenlose oder kostengünstige Sofortmaßnahmen ergreifen, erst dann bauliche Maßnahmen.

Bauliche Maßnahmen bei Wärmeschutz und Heizungssystem amortisieren sich am ehesten, wenn sie im Zuge ohnehin anstehender Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.

Gebäude aus den 60er- und 70er-Jahren haben in der Regel eine schlechte Wärmedämmung und besitzen ? bei Nutzung der Erstanlage ? eine veraltete Heizungstechnik. Falls es das Budget zulässt, sollte in solchen Fällen zunächst der Wärmeschutz verbessert werden und erst anschließend das Heizungssystem ? mit angepasster Auslegung ? erneuert werden. Lediglich bei sehr geringem Budget empfiehlt es sich, nur die Heizung zu erneuern.

Alle Gebäudeteile möglichst auf ähnlichen Wärmedämmstandard bringen. Unverhältnismäßig hoher Aufwand, z. B. nur für die Fenster bei Vernachlässigung der Wanddämmung, ist nicht sinnvoll. Zusätzlich zum vorliegenden Text empfiehlt es sich, die Informationsdienste der zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister in Anspruch zu nehmen. Die Adressen dieser Schornsteinfeger finden Sie im Anhang.

5. Der 2. Schritt Teil 1: Heizungsanlage richtig betreiben



Die Heizungsanlage richtig betreiben
Es ist wichtig zu wissen, wie die zentrale Regelung der Heizungsanlage zu bedienen ist. Daher stets von einem Fachkundigen einweisen lassen. Dies ist z. B. bei Installations- oder Wartungsarbeiten möglich. Der Wärmebedarf eines Raumes oder Gebäudes unterliegt großen zeitlichen Schwankungen, z. B. durch Sonneneinstrahlung. Die Regelung sorgt dafür, dass trotz schwankender äußerer Einflüsse in den Räumen immer die gewünschte Temperatur herrscht. Bei einer Zentralheizungsanlage greift sie an zwei Stellen ein: dezentral am Heizkörper und zentral am Wärmeerzeuger.

Regelung am Heizkörper
Um die Raumtemperatur direkt am Heizkörper regeln zu können, werden Thermostatventile eingesetzt. So können Sie die gewünschte Temperatur für die einzelnen Räume gezielt vorgeben. Thermostatventile regeln, ob und wie viel Heizwasser im jeweiligen Heizkörper benötigt wird. Richtig betrieben, liegen die Energieeinsparungen bei bis zu 15 %.

Nicht teuer und Pflicht
Die Energieeinsparverordnung schreibt u. a. für Ein- und Mehrfamilienhäuser Thermostatventile vor. Einfache Thermostatventile kosten um die 15 Euro zuzüglich Einbau. Mehr Komfort bieten allerdings zeitprogrammierbare Thermostatventile. Die Anschaffungskosten für diese betragen etwa 50 Euro.

Thermostatventile richtig nutzen
Thermostatventile sollten, wie auch die Heizkörper, nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden. Der Temperaturfühler des Ventils muss die Temperatur des Raumes erfassen und nicht die des Heizkörpers oder der Heizkörpernische. Drehen Sie bei Stoßlüftung das Ventil zurück, so überreagiert die Regelung nicht und wird beim Lüften nicht zu viel geheizt. Selten genutzte Ventile (z. B. in Schlafzimmern) sollten Sie mehrmals im Jahr kurz betätigen, damit sich die Mechanik nicht festsetzt.

Zentrale Regelung am Wärmeerzeuger

Trotz zurückgedrehter Thermostatventile an den Heizkörpern wird Heizenergie verbraucht. Gerade in der Übergangszeit benötigen die Heizkörper kaum Wärme. Allerdings pumpt die Heizungsanlage das Heizwasser mit hoher Temperatur im ganzen Haus an den Heizkörpern vorbei und es entstehen unnötig hohe Verluste. Eine richtig geregelte Vorlauftemperatur am Wärmeerzeuger reduziert diese Verluste deutlich.

Vorlauftemperaturen niedrig halten

Die nötige Vorlauftemperatur wird durch Art und Auslegung des Heizungssystems bestimmt. Bei einer Fußbodenheizung ist eine Vorlauftemperatur von 35 °C ausreichend, während herkömmliche Radiatorheizkörper bis zu 70 °C benötigen. Da in Altbauten die ursprünglich auf 90 °C ausgelegten Heizkörper häufig überdimensioniert sind, genügt dort meist eine Vorlauftemperatur von 70 °C. Die Vorlauftemperatur ist aber nicht konstant, sondern variiert außentemperaturabhängig. Ein System mit Radiatorheizkörpern z. B. schwankt zwischen 30 und 70 °C. Systeme mit sehr niedriger Vorlauftemperatur sind Voraussetzung für eine effiziente Nutzung von Niedertemperaturkesseln, Brennwertkesseln und Wärmepumpen. Niedrige Vorlauftemperaturen verringern die Verteilungsverluste in Rohrleitungssystemen und erhöhen den Nutzungsgrad des Wärmeerzeugers. Wird die Vorlauftemperatur von 90 auf 70 °C verringert, reduzieren sich die Verteilungsverluste um 20 %. Niedrige Vorlauftemperaturen haben zudem den Vorteil, dass sich die Luftströmung an den Heizkörpern verringert. Es wird dadurch weniger Staub aufgewirbelt und das Raumklima ist generell behaglicher als bei Heizkörpern mit einer höheren Temperatur.

6. Der 2. Schritt Teil 2: Heizungsanlage richtig betreiben

Regelung der Vorlauftemperatur
Bislang sind folgende Systeme zur Vorlauftemperatur-Regelung im Einsatz:

? Handsteuerung
? Zentrale Raumtemperatur Regelung: In einem Referenzraum (meist dem Wohnzimmer) ist ein Temperaturfühler angebracht, der zusammen mit der zentralen Regelung die Vorlauftemperatur einstellt.
? Witterungsgeführte Regelung: Die Vorlauftemperatur wird abhängig von der Außentemperatur stufenlos geregelt.

Witterungsgeführte Regelung richtig einstellen
Mit einer witterungsgeführten Regelung lässt sich die Vorlauftemperatur optimal und wirtschaftlich an den Bedarf anpassen. Die außentemperaturabhängige automatische Einstellung der Vorlauftemperatur erfolgt gemäß der Heizkennlinie des Wärmeerzeugers. Diese können Sie an der zentralen Regelung einstellen. Die Heizkennlinie wird bei der Inbetriebnahme vom Fachmann voreingestellt. Eine exakte Anpassung an die eigenen Bedürfnisse wird durch eine Feineinstellung erreicht. Die ideale Kennlinie wird durch schrittweise Absenken der Vorlauftemperatur erzielt. Heizungssysteme reagieren träge, daher muss nach erfolgter Neueinstellung mindestens ein Tag vergehen, bevor beurteilt werden kann, ob die Temperatur ausreicht.



Zeitsteuerung
Eine wochentagsabhängige Zeitsteuerung stellt eine Nachtabsenkung dauerhaft ein. Auch ein eingeschränkter Heizbetrieb bei zeitweiliger Abwesenheit kann programmiert werden. Die Energieeinsparverordnung schreibt eine Zeitsteuerung vor. Wird diese verwendet, ist die Trägheit des Heizungssystems zu berücksichtigen. Soll eine Temperaturabsenkung für 23.00 Uhr programmiert werden, muss diese mindestens eine halbe Stunde vorher beginnen. Ebenso sollte die Temperaturanhebung morgens mindestens eine halbe Stunde vor dem Aufstehen erfolgen. Einige Regelungen berücksichtigen diese Trägheit bereits von sich aus. Auskunft hierzu gibt Ihnen die Bedienungsanleitung oder der Installateur. Die Energieeinsparverordnung schreibt den Einsatz einer zentralen Regelung vor, die entweder zeitgesteuert ist, außentemperaturgeführt oder durch eine andere geeignete Führungsgröße eingestellt wird.

Hinweis:
Durch zusätzliches Zurückdrehen der Thermostatventile über Nacht werden weitere Einsparungen bei der Nachtabsenkung erzielt. Mit zeitprogrammierbaren Thermostatventilen kann dies automatisch geschehen.

Heizungsanlage mit Ende der Heizperiode außer Betrieb nehmen

In den Sommermonaten kann normalerweise auf die Heizung verzichtet werden. Wird das Brauchwarmwasser unabhängig von der Heizung erzeugt, sollte die Heizungsanlage einschließlich Umwälzpumpe in diesem Zeitraum unbedingt vollständig abgeschaltet werden, da ansonsten Bereitschaftsverluste auftreten. In einem Einfamilienhaus können z. B. durch Abschalten der Heizungsanlage in den Sommermonaten bis zu 100 Liter Heizöl eingespart werden. Kombinierte Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasserbereitung können auf reine Warmwasserbereitung umgeschaltet werden. In jedem Fall ist dann aber die Heizungsumwälzpumpe abzuschalten.

Heizkessel regelmäßig warten
Der Schornsteinfeger misst einmal jährlich die Abgasverluste des Heizkessels. Werden die zulässigen Grenzwerte überschritten, sollte der Heizkessel durch einen Fachmann überprüft und gewartet werden. Empfehlenswert ist eine Wartung des Heizkessels, mit Rücksprache durch den Schornsteinfeger, da defekte Regelungseinrichtungen und ein falsch eingestellter Brenner den Brennstoffverbrauch erhöhen. Bereits eine 1 Millimeter dicke Rußschicht im Brennraum erhöht den Brennstoffbedarf um etwa 5 %. Die Wartungsarbeiten umfassen die Neueinstellung der Feuerungseinrichtungen, die Überprüfung der zentralen Regelung und die Reinigung der Kesselheizflächen. Die hierfür anfallenden Kosten von bis zu 100 Euro werden durch die Energieeinsparung aufgewogen.

7. Der 3. Schritt: einfache Dichtungs- und Dämmmaßnahmen

Einfache Dichtungs- und Dämmmaßnahmen

Undichte Fugen ? hauptsächlich bei Fenstern, Türen und Rollladenkästen ? führen zu Zugerscheinungen und unkontrollierten Lüftungsverlusten. Werden Fenster und Türen nachträglich abgedichtet, können etwa 5 bis 15 % des jährlichen Heizenergieverbrauchs eingespart werden.

Achtung:
In Räumen mit Einzelöfen kann durch das Abdichten von Fugen ein Mangel an Verbrennungsluft entstehen. Daher sollten Sie sich in diesem Fall vorher beim zuständigen Schornsteinfeger erkundigen.

Fensterabdichtungen
Zur Abdichtung der Fenster können Dichtungsbänder oder Dichtungsleisten verwendet werden. Dichtungsbänder sind als selbstklebende Profilbänder aus Moosgummi oder Schaumstoff erhältlich. Sie kosten nur wenige Euro pro Meter. Als Dichtungsleisten kommen Kunststoffprofile zum Einsatz. Diese kosten etwa 1 bis 3 Euro je Meter.



Türabdichtungen
Die Abdichtung der Türfalze an den Seiten erfolgt ähnlich wie bei den Fenstern. Für die Türunterseite gibt es spezielle Türboden-Dichtungen. Die Kosten für die Abdichtung einer Türe betragen zwischen 5 und 10 Euro. Fugen bei Hebe- oder Schiebetüren (häufig als Balkon- oder Terrassentüren verwendet) müssen mit Dichtungsleisten oder -bürsten von außen abgedichtet werden. Flexible Dichtungsbänder können beim Öffnen und Schließen dieser Türen leicht beschädigt werden.



Rollläden, Klappläden, Vorhänge
Die wärmedämmende Wirkung von Roll- und Klappläden entsteht dadurch, dass sich zwischen Fensterfläche und beispielsweise dem Rollladen eine wärmedämmende, stehende Luftschicht bildet. Gleiches gilt für Vorhänge. Sind Rollläden eingebaut, muss darauf geachtet werden, dass die Rollladenkästen gut gedämmt sind. Ist dies nicht der Fall, dann geht an dieser Stelle Wärme verloren. Die Kosten für eine Nachrüstung mit gedämmten Rollläden (ausgeschäumte Alu-Lamellen) einschließlich eines von außen aufgesetzten Rollladenkastens bewegen sich in der Regel um 150 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche. Vorhänge oder Rollos, die bis zur Fensterbank reichen und den Heizkörper nicht verdecken, können die Wärmeverluste durch die Fenster um 10 % senken. Werden zusätzlich die Rollläden geschlossen, sinken die Wärmeverluste des Fensters sogar um 25 bis 30 %. Überlange Vorhänge an einem Fenster, die die Heizkörper verdecken, können dagegen die Wärmeverluste um 40 % erhöhen, da sich die warme Luft am Fenster staut und nicht in den Raum zirkulieren kann.

Dämmung der Heizkörpernischen
Heizkörpernischen sind Schwachstellen im Wärmeschutz, weil dort zum einen die Außenwand meist erheblich dünner und zum anderen unmittelbar hinter dem Heizkörper die Temperatur besonders hoch ist. Daher sollte hinter dem Heizkörper eine Dämmschicht an die Wand geklebt werden. Zusätzlich können noch Folien aus Aluminium angebracht werden, die die Wärmestrahlung reflektieren. Die Kosten für diese Maßnahme liegen bei etwa 10 Euro je Quadratmeter Nischenfläche.

Dämmung von Rohrleitungen
Da Heizrohre Wärme abgeben, ist es empfehlenswert, in den Räumen, die nicht beheizt werden, zu überprüfen, ob die dort verlegten Heizungs- und Warmwasserrohre ausreichend gedämmt sind. Der Gesetzgeber gibt in der Energieeinsparverordnung die Dicke der Wärmedämmung von Rohrleitungen vor. Als Faustregel gilt, dass die Dämmstärke in etwa dem Rohrdurchmesser entsprechen muss. Ungedämmte zugängliche Rohre in bereits errichteten Gebäuden müssen bis Ende 2006 nachträglich gedämmt werden. Es gibt vorgefertigte und auf den jeweiligen Rohrdurchmesser abgestimmte Dämmschalen. Die Kosten hierfür betragen zwischen 5 und 7 Euro je Meter Heizrohr. Das Anbringen der Dämmung kann leicht selbst durchgeführt werden.

8. Der 4. Schritt: bauliche Maßnahmen zum Wärmeschutz

Teuer, aber wirkungsvoll: bauliche Maßnahmen zum Wärmeschutz
Eine wirkungsvolle Wärmedämmung umschließt den gesamten beheizten Gebäudebereich wie eine Hülle. Je nachdem, ob das Dachgeschoss oder der Keller teilweise oder ganz zum bewohnten und damit zum beheizten Bereich zählen, ist diese Hülle unterschiedlich ausgeprägt. Die Energieeinsparverordnung schreibt für Neubauten die Unterschreitung bestimmter Grenzwerte des Jahresprimärenergiebedarfs vor. Außerdem werden Mindestanforderungen für die einzelnen Bauteile vorgegeben. Auch für Altbauten müssen im Falle einer Sanierung Grenzwerte für die Wärmedämmeigenschaften der erneuerten Bauteile wie Fenster, Fassade oder Dach eingehalten werden. Für die Durchführung dieser Maßnahmen ist normalerweise keine Baugenehmigung erforderlich. Einschränkungen gelten für denkmalgeschützte Gebäude. In Zweifelsfällen sollte die örtliche Baubehörde kontaktiert werden.

U-Werte
Die Qualität der Wärmedämmung von Bauteilen wird durch den sog. U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschrieben. Er wird in der physikalischen Einheit W/(m2 · K) ?Watt pro Quadratmeter und Kelvin? angegeben. Je niedriger der U-Wert, desto besser sind die Dämmeigenschaften des Bauteils und desto geringer sind Energieverbrauch und Heizkosten. Mithilfe des U-Wertes können Sie die jährlichen Wärmeverluste und die entstehenden jährlichen Heizkosten eines Bauteils bestimmen und mögliche Einsparungen abschätzen.



Beispiel:
Ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1970 verursacht 12 Euro Jahresheizkosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Nach einer Sanierung durch Wärmedämmung der Außenwände, des Daches und der Kellerdecke sowie einem Austausch der Fenster sinken die Jahresheizkosten um 40 % auf etwa 7 Euro pro Quadratmeter. Ein vergleichbarer Neubau, der den Anforderungen der Energieeinsparverordnung entspricht, verursacht nur noch Kosten von 6 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Im Neubau fordert die Energieeinsparverordnung bei Wohngebäuden für U-Werte einen definierten Mindeststandard. Empfohlen werden die U-Werte für den Niedrigenergiehausstandard.



Wichtig: Budget planvoll einsetzen!
Das verfügbare Budget für Wärmeschutzmaßnahmen ist meist begrenzt, daher planvoll vorgehen! Zunächst folgendes Gesamtkonzept erstellen:

? Auf lange Sicht sollte die gesamte Gebäudehülle einen annähernd gleichen wärmetechnischen Standard erreichen, da die Qualität des Wärmeschutzes wesentlich durch ihr schwächstes Glied bestimmt wird.

? Im Zuge ohnehin anfallender Renovierungen sind Wärmedämmmaßnahmen am kostengünstigsten durchzuführen. Werden mehrere Wärmeschutzmaßnahmen zusammen ausgeführt, fallen einige Kosten, z. B. für den Aufbau des Gerüstes, nur einmal an, was die Kosten reduziert.

? Soll sowohl das Heizungssystem erneuert als auch der Wärmeschutz verbessert werden, sind zunächst die Wärmeschutzmaßnahmen durchzuführen. Nur dann kann die neue Heizung auch richtig ausgelegt werden.

9. Wärmedämmung bei Fenstern

Verbesserungen der Fenster
Fenster sind meist eine Schwachstelle im Wärmeschutz. Eingreifen lohnt hier besonders. Vor allem bei renovierungsbedürftigen alten Holzfenstern oder schlecht wärmegedämmten Aluminiumfenstern (Kondenswasserbildung im Winter) ist ein Fensteraustausch aus energetischen und finanziellen Gründen in jedem Fall empfehlenswert. Oft bringt die Modernisierung der Fenster auch einen erheblichen Komfortgewinn.

Fensterverglasung
Die Verglasung bestimmt maßgeblich die wärmetechnischen Eigenschaften des Fensters. Man unterscheidet Einfach-, Isolier- und Wärmeschutzverglasungen.

Die früher übliche Einfachverglasung
Heute allerdings darf diese als alleinige Verglasung nicht mehr neu eingebaut oder nachgerüstet werden, denn die Wärmeverluste, die durch diese Art der Verglasung entstehen, sind viel zu hoch.

Isolierverglasung
Zwei an den Rändern luft- und feuchtigkeitsdicht verbundene Glasscheiben. Die Scheibenzwischenräume sind mit trockener Luft gefüllt.

Wärmeschutzverglasung
Verglasungen mit weiter gehenden Schutzwirkungen als Isolierverglasungen werden als Schallschutz- oder Wärmeschutzverglasung bezeichnet. Je nach gewünschten Eigenschaften werden die Gläser unterschiedlich beschichtet oder eingefärbt, eine dritte Glasscheibe oder Verbundgläser eingesetzt und verschiedene Gasfüllungen verwendet. Mit solchen Verglasungen werden U-Werte bis 0,5 W/(m2 · K) erreicht. Die Gesamtkosten für ein neues Fenster setzen sich aus den Kosten für Rahmen und Verglasung zusammen. Gerade für große Fenster fallen die Kosten für die Verglasung anteilig weniger ins Gewicht. Deshalb ist hier der Einsatz einer hochwertigen Verglasung besonders zu empfehlen.



Maßnahmen im Bereich der Fenster
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten zur Verbesserung des Wärmeschutzes, die sich in aufsteigender Reihenfolge hinsichtlich der Kosten und der Wirksamkeit unterscheiden. Die beiden gängigsten Methoden sind:

1. Austausch der Verglasung
2. Austausch des gesamten Fensters

Austausch der Verglasung
Die alte Verglasung wird aus dem Rahmen entfernt und durch eine neue ersetzt. Diese Maßnahme ist nur sinnvoll bei gut erhaltenen Fenstern, deren Rahmenabmessungen den Einbau einer dickeren Verglasung erlauben. Die neue Verglasung wird gegebenenfalls von außen mechanisch durch ein aufgesetztes Metallprofil gehalten.



Austausch des kompletten Fensters
Ein vollständiger Austausch ist die wirksamste Wärmeschutzmaßnahme im Bereich der Fenster. Allerdings sind im Gegensatz zu den bereits genannten Maßnahmen Maurer- und Putzarbeiten auszuführen.

Nur die Fenster austauschen?
Vorsicht Kondenswasser! Werden in alten Gebäuden mit schlecht gedämmten Außenwänden nur die Fenster ausgetauscht, ohne gleichzeitige Verbesserung der Außenwanddämmung, ist Vorsicht geboten. Die neuen Fenster schließen nämlich dichter. Aber an der kältesten Stelle im Raum kann sich nun verstärkt Kondenswasser niederschlagen. Nach dem Fensteraustausch befindet sich diese kälteste Stelle in schlecht gedämmten Altbauten zumeist an den Außenwänden. Die Kondenswasserbildung kann dort zu Schimmelbildung und schweren Bauschäden führen. Um dies zu vermeiden, ist häufiges Stoßlüften notwendig. Empfehlenswert ist daher die gleichzeitige Verbesserung des Wärmeschutzes von Fenstern und Außenwänden.

10. Wärmedämmung der Außenwände

Verbesserte Dämmung der Außenwände

Besonders in den 50er- und 60er- Jahren errichtete Gebäude verfügen über eine vergleichsweise schlechte Wanddämmung. Durch eine verbesserte Dämmung der Außenwände können hier ? je nach durchgeführter Maßnahme ? jährlich bis zu 50 % an Heizenergie eingespart werden.



Innendämmung oder Außendämmung?
Je nachdem, ob die Dämmschicht innen oder außen am Mauerwerk angebracht wird, spricht man von Innendämmung oder Außendämmung. Eine Innendämmung ist mit geringerem Aufwand und kostengünstiger durchzuführen.

Hinweis:
Dennoch ist, falls nicht das Baurecht oder der Denkmalschutz entgegenstehen, die Außendämmung aus folgenden Gründen unbedingt vorzuziehen:

? Feuchtigkeits- und Frostschäden können in den Wänden nicht auftreten. Wärmebrücken, z. B. dünnwandige Heizkörpernischen, Zwischendecken oder Fensterstürze aus Beton, werden wirksam gedämmt.

? Da auch die Außenwände zur Wärmespeicherung in den Wohnräumen beitragen, ergibt sich ein ausgeglichenes und damit angenehmeres Raumklima.

? Im Gegensatz zur Innendämmung geht bei Außendämmung kein Wohnraum verloren. Verhältnismäßig günstig ist eine Außendämmung dann durchzuführen, wenn die Fassade ohnehin renoviert werden muss. Dazu bietet sich der Einsatz eines Wärmedämmverbundsystems bzw. einer hinterlüfteten, vorgehängten Fassade an.



Wärmedämmverbundsystem
Zunächst werden Dämmplatten auf den bestehenden Außenputz geklebt und gegebenenfalls zusätzlich festgedübelt. Solche Dämmplatten bestehen entweder aus Hartschaum oder aus Mineralfaser. Hartschaumplatten werden mit Glasseidengewebe armierter Kunststoffspachtelmasse aufgebracht. Um Mineralfaserplatten anzubringen, wird ein Unterputz aus mineralisch gebundener Spachtelmasse benötigt. In beiden Fällen wird jedoch abschließend eine wasserdampfdurchlässige Putzdeckschicht aufgetragen. Handels übliche Dämmstoffe haben eine Dicke von 6 bis 10 cm. Hartschaumdämmplatten sind nur bis zu einer Bauhöhe von 22 Metern zugelassen. Die Dämmung mit Mineralfaserplatten ist für Gebäude beliebiger Höhe zulässig, erfordert aber bei Bauhöhen über 8 Meter aus Sicherheitsgründen einen statischen Nachweis. Für Hochhäuser werden daher normalerweise Mineralfaserdämmungen verwendet.

11. Verbesserte Dämmung der Außenwände

Hinterlüftete, vorgehängte Fassade
An der Außenwand wird aus Balken und Latten eine Holzunterkonstruktion aufgebaut. In die Zwischenräume werden Dämmstoffplatten eingepasst. Zusammen mit einer Abdeckung kann auch loses Dämmmaterial wie Mineralfaserwolle oder flockiger Zellulosedämmstoff verwendet werden. Die Außenverkleidung, die beispielsweise aus Verbundplatten oder Holz besteht, wird an einer zusätzlichen Querlattung befestigt. Ein etwa 2 cm breiter Luftspalt zwischen Außenverkleidung und Dämmstoff sorgt für die Hinterlüftung und gegebenenfalls für den Abtransport von Feuchtigkeit, die sich im Dämmstoff ansammeln kann. Auch hier beträgt üblicherweise die Dicke des Dämmstoffes etwa 6 bis 12 cm.



Innendämmung
Ist eine Außendämmung z. B. aus Denkmalschutzgründen nicht zu realisieren, so sollte der Wärmeschutz des Gebäudes zumindest durch eine Innendämmung verbessert werden. Besonderes Augenmerk gilt hierbei Stellen mit sehr hohem Wärmeverlust, wie z. B. Heizkörpernischen. Um eine Durchfeuchtung des Mauerwerks und Schimmelbildung oder Frostschäden zu vermeiden, muss eine sorgfältige raumseitige Abdichtung gegen Feuchtigkeit (Dampfsperre) vorgesehen werden. Ferner ist bei innen gedämmten Wänden darauf zu achten, dass beim Aufhängen von schweren Gegenständen wie Bücherregalen, Hängeschränken oder großen Lampen eine spezielle Halterung erforderlich ist. Als Materialien kommen Dämmstoffverbundplatten in Frage, die mit Gipskarton oder Gipsfaser verkleidet sind. Als Dampfsperre eignen sich Polyethylenfolien. Solche Folien sind teilweise bereits auf dem Dämmstoff aufgebracht. Um Wärmebrücken zu vermeiden, kommt der Abdichtung der Wandanschlüsse zum Boden und zur Decke besondere Bedeutung zu. Fugen zwischen den Dämmstoffplatten müssen sorgfältig geschlossen werden. Die empfohlenen Dämmstoffstärken für die Innendämmung liegen zwischen 4 und 8 cm. Die Kosten betragen zwischen 70 und 80 Euro je Quadratmeter Wandfläche. Wird die Innendämmung im Rahmen einer ohnehin anstehenden Renovierung des Innenputzes durchgeführt, belaufen sich die Mehrkosten für die Dämmung auf lediglich 30 bis 40 Euro je Quadratmeter. Durch Eigenleistung können Sie bis zu 30 % der Kosten sparen.

Fassadenbegrünung
Eine Fassadenbegrünung wertet die Fassade nicht nur optisch auf, sondern verbessert auch die Wärmedämmung geringfügig. Außerdem wird durch die Blätter der Pflanzen die Fassade vor Schlagregen geschützt. Begrünte Fassaden sind Biotope eigener Art. Sie sind von Singvögeln, Schmetterlingen, Marienkäfern, Schwebfliegen, Netz und Radspinnen sowie anderen Kleintieren bewohnt, die das Haus meiden. Selbstklimmer, z. B. wilder Wein oder Efeu, verschaffen sich durch Haftscheiben oder -wurzeln an der Fassade Halt. Sind der Putz oder die Holzfassaden beschädigt, sollten diese Pflanzen nicht eingesetzt werden, da sie in Risse und Fugen eindringen können, Feuchtigkeit nachkommt und das Mauerwerk zerstört werden kann. Pflanzen, die ein Klettergerüst benötigen, z. B. Kletterhortensie oder Knöterich, können hingegen bedenkenlos eingesetzt werden.

12. Verbesserte Dämmung von Dach und Dachgeschoss

13. Dämmung von Flachdach und Keller

Quelle: Niedersächsiches Umweltministerium
eigener_primaerverbrauch.pdf

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