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Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz
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Argumente für das Schornsteinfegersystem


Argumente für das in Deutschland geregelte Schornsteinfegersystem


1. Gefahrenabwehr

Die dem Schornsteinfeger übertragenen Aufgaben dienen der präventiven Gefahrenabwehr. Durch die flächendeckende Kontrolle und Überwachung wird auf dem Gebiet der Betriebs- und Brandsicherheit ein hohes Schutzniveau erreicht.

Im Jahre 2002 stellten Schornsteinfeger 1,2 Mio. Mängel an bestehenden und 450.000 Mängel an neu errichteten oder wesentlich geänderten Anlagen fest, die die Betriebs- und Brandsicherheit gefährdeten bzw. zu einer unmittelbaren Gefahr geführt hätten.

Sie registrierten bei 247.000 Gasfeuerstätten bereits eine gefährliche Kohlenmonoxid-Konzentration. Zusätzlich wurden für über 330.000 Gasfeuerstätten Wartungsempfehlungen ausgesprochen. Der Schornsteinfeger trägt also dazu bei, dass der Bürger vor Gefährdungen seines Lebens, seiner körperlichen Unversehrtheit sowie seines Eigentums geschützt wird.

Der Blick auf andere Staaten zeigt, dass die Risiken von Heizanlagen ein ungelöstes Problem darstellen. Zahlreiche Unfälle mit Todesfällen sind die Folge. Ein Vergleich mit Belgien und Frankreich, die keine zwingende Überprüfung durch einen amtlichen Schornsteinfeger kennen, belegt dies etwa im Hinblick auf Gasfeuerstätten. So sind in Belgien bei 10 Mio. Einwohnern jährlich 300 CO-Todesfälle zu beklagen (Neue Westfälische Zeitung Nr. 249 vom 26/27. Oktober 2002). Hochgerechnet auf Deutschland mit 82. Mio. Einwohnern entsprächen die belgischen Zahlen 2.500 CO- Todesfälle im Jahr. Tatsächlich sind aber jährlich weniger als 10 Todesfälle zu beklagen. In Frankreich wurden 1997 bei 8.000 CO-Unfällen 500 Todesfälle registriert.

Ein Wettbewerb im Bereich des Schornsteinfegerhandwerkes ist fragwürdig. Er würde letztlich zu einer Lockerung der Kontrollen führen, weil nachsichtigere Prüfer mehr Aufträge erhalten würden als strengere.

2. Neutralität

Der Schornsteinfeger wird als unabhängige und neutrale Kontrollinstanz eingesetzt. Damit wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Überprüfung frei von wirtschaftlichen Eigeninteressen privater Anbieter sind, die Öfen, Heizungen und andere Anlagen vertreiben oder installieren und warten.

Nur durch die neutrale Überprüfung und Beratung der Hauseigentümer kann eine größtmöglichste Sicherheit für den Betrieb von Heizungsanlagen gewährleistet werden.

3. Kostengünstig

Die Überprüfung durch den Schornsteinfeger ist ein kostengünstiges Verfahren. Durch die Einteilung in Kehrbezirke ist eine optimale Touren- und Arbeitsplanung möglich. Überflüssige Wegstrecken werden vermieden und die Arbeitszeit wird wirkungsvoll eingesetzt. Folglich kann der Schornsteinfeger seine Arbeiten zu minimalen Kosten durchführen. Die zu erhebenden Gebühren werden durch unabhängige Institutionen ermittelt und durch die Länder festgelegt.

Die viel vorgebrachte Meinung, durch eine Freigabe des Schornsteinfegerhandwerkes und der Entlassung in den Markt lassen sich Kosten sparen, ist irrig. Das haben inzwischen die Bürger der Schweizer Kantone erfahren, in denen eine solche Freigabe erfolgte. Dort wo das Monopol fiel, stiegen die Preise bis zu 20 % im Vergleich zu den alten Monopol-Tarifen. In den liberalisierten Kantonen bewegen sich die Stundensätze zwischen sfr 75,- bis sfr 140,-. In den Kantonen mit Monopol bewegen sich die Stundensätze zwischen sfr 68,- bis sfr 78,-. Genau deshalb hat das Luzerner Kantonsparlament das Thema ?Liberalisierung im Kaminfegerwesen? verworfen. Und auch im Kanton Bern hat man sich um orientiert. Im Frühjahr 2003 hat der ?bernische Grosse Rat? mit deutlicher Mehrheit den Antrag auf Abschaffung des Kaminkehrermonopols abgelehnt.

4. Umweltschutz und Kosteneinsparung

Das Schornsteinfegerhandwerk trägt durch seine Messungen und durch Energieberatungen zur Brennstoffeinsparung und zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen bei.

Die gesamte direkte Brennstoffeinsparung durch Messungen des Schornsteinfegerhandwerks betrug 2002 etwa 104 Mio. Liter Heizöl und 62 Mio. m³ Erdgas. Durch die Verringerung des Brennstoffverbrauches werden die Schadstoffemissionen in gleichen Maße reduziert. So wurden unter den vorgenannten Voraussetzungen 2002 etwa 389.000 Tonnen Kohlendioxid, 317 Tonnen Stickoxide und 310 Tonnen Schwefeldioxid durch kleinere und mittlere Feuerungsanlagen weniger erzeugt.

Die abgeschätzten Brennstoffeinsparungen und Emissionsminderungen in der BRD stellen das absolute Minimum dar, da bei nicht wiederkehrend stattfindender Überwachung durch das Schornsteinfegerhandwerk mit Sicherheit die Anzahl der Anlagen, die die Grenzwerte nicht einhalten, beträchtlich höher wäre. Nimmt man zum Beispiel an, dass bei fehlender Überwachung die Abgasverluste aller Feuerungsanlagen nur um 1 Prozentpunkt höher gewesen wären als 2002 festgestellt, wären 2002 etwa 416 Mio. Liter Heizöl und 493 Mio. m³ Erdgas mehr verbraucht worden. Das entspräche einer CO2-Menge von 2,0 Mio. Tonnen.

Durch die Verminderung des Brennstoffverbrauches spart der Betreiber der Anlage Energiekosten ein und die Umwelt wird entlastet.

Energieverluste bei unterlassener Überprüfung und Wartung laut Gutachten von Prof. Kleemann vom Forschungszentrum Jülich, Wachstum des Abgasverlustes um 0,8 Prozentpunkte pro Jahr.

5. Qualitätssicherung

Durch Ausbildung und regelmäßige Weiterbildung sind die Schornsteinfeger stets auf dem neusten Stand der Technik.



Außerdem hat sich das gesamte Schornsteinfegerhandwerk nach DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und nach DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifizieren lassen. Die Einzelbetriebe, Innungen, Landesinnungsverbände und der Bundesinnungsverband sowie die Bildungsstätten des Schornsteinhandwerks haben sich dem System angeschlossen. Die Zertifizierung sorgt für einen hohen Standard im Schornsteinfegerhandwerk. Einzigartig für ein Handwerk in Deutschland, Europa und der Welt!

6. Positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die Tätigkeiten des Schornsteinfegerhandwerks sind in besonderer Weise geeignet, positive Arbeitsplatzeffekte in anderen Bereichen der Wirtschaft auszulösen. Durch den Anstoß des Schornsteinfegerhandwerks zur Behebung beanstandeter Messwerte werden Arbeitsplatzeffekte im Heizungsinstallateur-Handwerk ausgelöst. Hier handelt es sich um Wartungsarbeiten.

Der Schornsteinfeger kontrolliert und dokumentiert als unabhängiger Prüfer jedes Jahr die Anlage. Auf diese Weise wird ein erheblicher Anteil an Anlagenerneuerungen angestoßen, wodurch Arbeitsplätze im Handwerk, bei den Herstellern und in den vorgelagerten Branchen geschaffen werden.

Durch die Umsetzung der vom Schornsteinfegerhandwerk durchgeführten Energieberatungen in konkrete Gebäudesanierungen werden weitere Beschäftigungseffekte in der Heizungs- und Baubranche angestoßen. Das Gutachten von Prof. Kleemann vom Forschungszentrum Jülich kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Tätigkeiten des Schornsteinfegerhandwerks 45.700 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftsbereichen geschaffen werden.

7.Argumente gegen die Auflösung der Kehrbezirke

Dem Kunden entstehen für die Überwachung und Überprüfung der Feuerungsanlage höhere Kosten. Dies folgt schon daraus, dass die Arbeitszeit nicht mehr optimal ausgenutzt werden kann und längere Anfahrtswege zum Kunden berechnet werden müssen.

Die öffentliche Hand muss mehr Aufgaben übernehmen, welche durch die Allgemeinheit gezahlt werden.

Das Niveau der Betriebs- und Brandsicherheit wird sinken, weil der freie Wettbewerb zu einer Lockerung der Kontrollen führen wird und weil die aktive Beteiligung und die Zuhilfenahme des zuständigen und ortskundigen Schornsteinfegers in einem Brandfall nicht mehr möglich wäre.

Die Zahl der CO-Todesfälle wird in der Bundesrepublik Deutschland ansteigen.

Eine kompetente Beratung über Feuerungsanlagen ohne wirtschaftliche Interessen wird entfallen.

Ein Feuerstättenkataster könnte nicht aufgebaut werden und den Herstellern würde die Rückverfolgbarkeit fehlerhafter Produkte erschwert werden.

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